Besuch der Podiumsdiskussion der Wahlkreiskandidierenden
Über 50 interessierte Schülerinnen und Schüler der Kursstufe 2 und der Klassenstufe 10 nahmen an einer von den Jugendgemeinderäten Reutlingen und Pfullingen organisierten Podiumsdiskussion zur Landtagswahl in Baden-Württemberg in der Stadthalle teil. Die Reutlinger Wahlkreisbewerberinnen und -bewerber der wichtigsten Parteien, Thomas Poreski (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Max Menton (CDU), Ronja Nothofer-Hahn (SPD), Sebastian Geyer (FDP), Maximilian Gerner (AfD) und Laura Renn (Die Linke) fanden sich im bis auf den letzten Platz besetzen Saal in der Reutlinger Stadthalle ein, um ihre Positionen darzulegen und sich den Fragen der Jugendlichen zu stellen.
Durch den Vormittag führte die ehemalige Gymnasiallehrerin Stefanie Wally, die die Diskussion unter das Motto „Demokratie muss in jeder Generation wieder neu geboren werden – und Bildung ist ihre Hebamme“ stellte. Souverän und erfahren stellte sie zu Beginn die Teilnehmenden einzeln vor und eröffnete jede Vorstellung mit einem prägnanten Zitat, das deren politische Haltung auf den Punkt brachte. So erhielten die Schülerinnen und Schüler bereits einen klaren ersten Eindruck der jeweiligen Schwerpunktsetzungen.
Nach der Vorstellungsrunde begann die eigentliche Diskussion, die in mehreren Themenblöcken gegliedert war. Zum Auftakt ging es darum, wie sich die Wahlkreiskandidierenden konkret für junge Menschen einsetzen wollen. Es folgten die Themen Bildung, Wohnen, Wirtschaft und Sicherheit. In der Abschlussrunde sollten alle Kandidatinnen und Kandidaten den Satz „Demokratie ist heute aktueller denn je, weil…“ vervollständigen.
Zum Ende der Veranstaltung erhielten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihre eigenen Fragen zu stellen, weshalb die Kandidierenden zum Umgang mit Mobbing und psychischer Gewalt ebenso Stellung bezogen wie zur Rückkehr des 9-Euro-Tickets. Die spannendste Frage war hierbei, in welchem Bereich die Kandidierenden den Bürgerinnen und Bürgern ihres Erachtens notwendige Zumutungen abverlangen. An diesem Punkt wurde deutlich, dass politisches Handeln in einem ständigen Spannungsverhältnis steht, zwischen Interesse und Gemeinwohl (Vermögensbesteuerung, Rente, PV-Pflicht, Verbrenner-Aus) sowie Freiheit und Sicherheit (Videoüberwachung).
Das Publikum zeigte sich während der gesamten Diskussion sehr aufmerksam und interessiert. Die Diskussion verlief kurzweilig und respektvoll, mit klaren, aber sachlichen Argumenten. Viele der vertretenen Positionen waren unseren Schülerinnen und Schülern bereits bekannt, da sie die Wahlprogramme im Gemeinschaftskundeunterricht bereits intensiv unter die Lupe genommen hatten. Dennoch bot die Veranstaltung eine besondere Gelegenheit, Politik hautnah zu erleben und den Menschen hinter den Programmen zu begegnen.
J. Ade und V. Härter
