Aktuelles am Kepi
18.12.
Adventskonzert um 19.00 Uhr in der CHRISTUSKIRCHE

Heutiges Datum
11. Dezember 2019

Bis die Finger bluten



Zwei Nadeln, dicke Waben aus Leder und Kunststoff und eine Klemmvorrichtung aus Holz – mit diesen Hilfsmitteln versuchten die Schülerinnen und Schüler der Philo-AG von Cathy Hammer, Fußbälle herzustellen.




Die anfängliche Euphorie, jeder und jede könne einen eigens hergestellten Fußball mit nach Hause nehmen, verflüchtigte sich, sobald die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler die Arbeitsbedingungen kennenlernten.
Im Schnitt 10 Stiche in 10 Minuten schaffte jede Gruppe, das bedeutet, für einen kompletten Fußball hätten sie über 7 Stunden gebraucht. Und die Rückmeldungen zeigten ebenfalls, dass diese Arbeit nicht einfach ist: „Es war schwer“, „die Nadel ist immer weggerutscht“, „Das Durchdrücken der Nadel hat weh getan“, „ich habe mich in den Finger gestochen“.



Dennoch freute sich die Gruppe über die Erfahrung. „Es war gut, um nachzuvollziehen, wie sich Kinder in Pakistan fühlen.“ Katharina Diaz-Mendez vom Eine-Welt-Verein in Reutlingen ermöglichte den Schülerinnen und Schülern den Einblick in die Produktionsbedingungen von Fußbällen in Pakistan und die Problematik der Kinderarbeit. Für einen konventionell hergestellten Fußball verdient eine Näherin oder ein Näher in Pakistan 79 Cent, d.h. für die monatliche Miete der Wohnung muss eine Familie 73 Bälle herstellen. Dass da keine Möglichkeit besteht, Kinder in die Schule zu schicken, wurde schnell klar.



Ein Gespräch über faire Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und die Überlegung, wie wir hier in Deutschland unseren Beitrag dazu leisten können, rundete den Besuch ab. Ein Besuch der Ausstellung zu Kinderrechten in der Citykirche wird im November folgen.

Bericht, Fotos: Frau Hammer