Geschichts-AG macht Berlin unsicher!

Eine der Traditionen der Geschichte AG ist die jährliche Exkursion in eine kulturhistorische Stadt. 

Dieses Jahr machte die Geschichte AG Berlin unsicher. Ende Juni reisten wir unter der Leitung von Frau Fleury und Frau Ansorge nach Berlin, um die Hauptstadt kulturell und historisch zu erkunden. 

Am Donnerstag stand erstmal die 6 ½ Stündige Fahrt mit dem Zug nach Berlin an. 

Nach Einchecken in unserer Unterkunft am Hauptbahnhof besuchten wir die klassischen Hotspots wie Brandenburger Tor, Bundestag und das Reichstagsgebäude. Historische Gedenkorte waren aber auch schon dabei, zum Beispiel das Holocaust Denkmal, Sinti und Roma Denkmal. 

Anstatt Führungen durch die Denkmäler und Kulturhotspots, trugen wir uns gegenseitig selbstrecherchierte Vorträge vor. 

Gegen Abend ging es dann auf das Dach des Bundestages. Ein absolutes Highlight! Hier konnten wir nicht nur die atemberaubende Aussicht auf Berlin und den Sonnenuntergang genießen, sondern trafen auch per Zufall einen unserer Bundestagsabgeordneten aus Reutlingen, Michael Donth zusammen mit dem Bürgermeister von Münsingen, Herrn Münzing, und führten eine angeregte Diskussion über aktuelle Themen wie die Abschaffung des Paragraphen 219a, Sterbehilfe und Klimaneutralität. 

Freitagmorgens ging es für uns ins Stasi-Museum. Das Stasi Museum, das in der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (kurz MfS) liegt, in welchem wir auf drei Etagen den Aufbau, die Arbeit und das Ende der Stasi sahen. Zudem konnten wir auch erkunden, mit welchen Methoden die Stasi gearbeitet hat, wie zum Beispiel durch inoffizielle Mitarbeiter oder Spitzel, um die Verdächtigen zu überführen. Verdächtig waren für die Stasi alle, die politisch anderer Meinung waren oder Personen, welche von der Stasi verdächtigt wurden, dass ein Fluchtversuch bevorstand. Außerdem konnten wir auch die gut erhaltene Zentrale des MfS besichtigen. Um Alt und Neu zu verbinden, ging es zur East-Side-Gallery, um dort unter anderem auch ihre Kunstwerke zu betrachtet. Indem wir über die Oberbaumbrücke liefen, überschritten wir zugleich eine der damaligen Ost-West-Grenzen und konnten dieses Gefühl der durch den Mauerfall erlangten Freiheit an dieser historischen Stätte nochmal ganz neu nachvollziehen. Nach einem kulinarischen Mittagessen in der Markthalle Neun ging es weiter ins Jüdische Museum. 

Das Jüdische Museum hat bei allen von uns bleibende Eindrücke hinterlassen und die jüdische Kultur, Religion, Sprache und Diversität vor Augen geführt. Wir konnten erfühlen, welche Leerstellen der Holocaust unter anderem auch in unserer Kultur hinterlassen hat.

Am Samstag waren dann noch im Stasi Gefängnis Hohenschönhausen, wo wir nicht nur die Zellen besichtigen, sondern auch viel darüber lernen konnten, wie die Häftlinge dort festgehalten und verhört wurden. Es war wirklich ein bedrückendes Gefühl, zu sehen, wie es damals in diesem Gefängnis zu sich ging und wie da die Gefangenen wirklich mit übelsten Verhörmethoden vernommen und unter Druck gesetzt wurden und davon bis heute teilweise Langezeitfolgen haben. Man mag sich gar nicht vorstellen, dass es solche Methoden heutzutage noch gibt.

An diese Eindrücke schloss sich der Besuch des Spionagemuseums an, das auf interaktive Weise die Arbeit von Geheimdiensten erfahrbar machte.

Den letzten Abend verbrachten wir glücklich über die gemachten Erfahrungen gemeinsam im Hans im Glück ehe wir am Sonntag die Heimreise antreten mussten. 

Wir hätten gern noch viel mehr Zeit in Berlin verbracht und wissen sicher: Wir kommen wieder!

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