Deutsch lernen und Kontakte knüpfen

Kaum waren die Osterferien vorbei und der Schulbetrieb nahm wieder Fahrt auf, tauchte am Kepi eine Gruppe Jugendlicher auf, die ihre ukrainische Heimat überstürzt verlassen mussten. Die Jugendlichen im Alter von zwölf bis sechzehn Jahren mussten Mariupol, Charkiw und andere Heimatorte verlassen, um mit ihren Müttern und Geschwistern Zuflucht in Deutschland zu suchen.

Am Kepi werden sie nun einerseits in Deutsch unterrichtet und andererseits bereits in den Fachunterricht integriert, um möglichst schnell Kontakte zu Gleichaltrigen herzustellen. Jeden Tag geht die neue Klasse in die Mensa, zu Beginn begleitet von der Schulleitung, mittlerweile finden sie sich gut zurecht.
Die ersten Wochen wurden von Deutsch-Kolleginnen, die Erfahrung im Bereich Deutsch als Fremdsprache haben, bestritten. Nach einem ersten Kennenlernen übten die Jugendlichen die Gegenstände des Schulalltags zu benennen, Wochentage und Uhrzeiten und Farben. Das eigents für die Vorbereitungsklasse zur Verfügung gestellte Klassenzimmer ist mittlerweile voller bunter Zettel, die Dinge benennen, eine große Uhr aus Holz steht zur Verfügung und allerlei Gegenstände erleichtern das Lernen.
Bei einem Ausflug auf den Markt wurden Lebensmittel benannt und - zumindest verbal - Borschtsch, eine beliebte Suppe aus der Ukraine, gekocht. Mit Hilfe von Spielzeug-Esswaren wurde das Einkaufen und Kochen vertieft, zum Bortschtsch kamen Pizza, Torten und jede Menge Obst dazu.
Die Bezeichnungen der Tiere wurde beim Ausflug ins Naturkundemuseum geübt.
Mittlerweile ist die Klasse größer geworden und wächst täglich weiter.
Neben dem Deutsch-Unterricht und der Integration der ukrainischen Jugendlichen in einzelne Fächer wie Musik oder Sport, wo sprachliche Barrieren keine so große Rolle spielen, engagiert sich die Kepi-Gemeinschaft auf vielen Ebenen, um die neuen Schülerinnen und Schüler zu integrieren und ihnen den Start in einem fremden Land einfacher zu gestalten. So organisierte die SMV ein erstes Treffen in der Eisdiele, um Schülerpatenschaften zu organisieren. Aus der Fahrradwerkstatt des Fördervereins for-Kepi wurden Fahrräder den Jugendlichen zur Verfügung gestellt, dem Zwölfjährigen Fußballbegeisterten Mischa ein Fußball geschenkt sowie dabei geholfen, in einem Fußballverein unterzukommen. Der Sechzehnjährige Egor kann am Volleyballtraining eines Schülers aus der K1 teilnehmen und viele weitere Schülerinnen und Schüler bieten an, die Ukrainer in ihre Freizeitaktivitäten zu integrieren. Überall im Schulhaus hat eine Klasse Plakate mit Übersetzungen wichtiger Begriffe auf Deutsch und Ukrainisch angebracht, so dass beide Seiten die Möglichkeit haben, sprachlich aufeinander zuzugehen.

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